Ergebnisse der Europameisterschaft in Lausanne

Fabian Hambüchen hebt ab in Richtung Peking

Gold, Silber, Bronze: Reck-Weltmeister überzeugt auch bei der Turn-EM in Lausanne
 
 Fabian Hamübchen bleibt in
 der Goldspur. Der 20-Jährige
 krönte sich in Lausanne erneut
 zum Europameister am Reck.
 Dazu kamen Silber mit dem
 Team und Bronze am Boden.
 Peking kann kommen.
LAUSANNE Gold am Reck, Silber mit der Mannschaft, Bronze am Boden und Freundin Viktoria an der Hand - schon beim Abschlussbankett im Restaurant "de Dorigny" konnte sich Fabian Hambüchen nicht nur über erfolgreiche Eruopameister- schaften, sondern auch auf ein paar ruhige Tage freuen. "Ist das schön, mal eine Woche kürzer zu treten", seufzte der Reck-Europameister, der sich wie schon bei der WM in Stuttgart einen kompletten Medail- lensatz erturnte. Dass er sich zum dritten Mal nach 2005 und 2007 mit dem EM-Ti- tel am Königsgerät schmücken durfte, geriet für den 20-Jährigen im Palais de Malley von Lausanne fast schon zur Rutine. "Vor drei Jah- ren war es aufregender, weil es mein
 
 an der Tagesordnung. Denn in Ham-
 büchens Sog steht nun eine kon-
 stant starke Riege des Deutschen
 Turner-Bundes (DTB), die ihren
 WM-Erfolg in Stuttgart, als sie
 Dritte wurde, am Genfer See bestäti-
 gen konnte. Hinter Russland holten
 Hambüchen, die beiden Cottbuser
 Robert Juckel und Philipp Boy, Ro-
 bert Weber (Ehmen) und Marcel
 Nguyen aus Unterhaching Silber. Es
 war der größte deutsche Mann-
 scahftserfolg in der 53-jährigen
 EM-Geschichte.
   "Unsere Riege ist ganz klar in der
 Weltspitze angekommen. Auch
 wenn die Konkurrenz bärenstark
 ist, können wir vorne mitkämpfen",
 sagte DTB-Sportdirektor Wolfgang
 Willam. Bei der WM waren die Rus-
 sen zwar noch besiegt worden,
 doch die hatten in Stuttgart raben-
 schwarze Tage erlebt. Willam hofft
 darauf, dass sich bei weiteren Erfol-
 gen in Peking die finanzielle Situa-
 tion seiner Athleten verbessert:
 "Dann sollten wir auch auf dem
 Sponsorenmarkt Gehör finden."
   Bis dahin allerdings sieht Bundes-
  
 
 erster Sieg war. Im letzten Jahr hatte
 ich mit einer ganz neuen Übung ge-
 wonnen. Etwas ganz Besonderes
 war es diesmal nicht mehr", räumte
 Hambüchen ein.
   Deshalb schätzt er selbst das
 gute Mehrkampfergebnis als na-
 hezu wichtiger ein als den fast
 schon einkalkulierten Sieg am Reck.
 Sein Trainer und Vater Wolfgang
 Hambüchen gab ihm in diesem
  
 
 Punkte völlig recht, obwohl der
 Mehrkampf in Lausanne gar nicht
 offiziell auf dem Programm stand.
 "Da hat Fabian fünf wertvolle Übun-
 gen angeboten", lobte der Senior
 seinen Sohn, der lediglich am Seit-
 pferd nur die Rolle des Ersatztur-
 ners für Deutschland spielte. Am Bo-
 den sicherte er sich Bronze. Das war
   Eine Woche Pause gibt sich Ham-
 eine Premiere.
  
 
 büchen nun, um körperlich zu rege-
 nerieren und seine Blessuren am
 rechten Fuß und linken Ringfinger
 auszukurieren. "Direkt nach den
 Übungen, speziell am Boden, tat
 die Fußverletzung schon weh, aber
 es ging dann immer wieder recht
 schnell. Schlimmer geworden ist es
 bei der EM auf keinen Fall", sagte
 der 20-Jährige aus Niedergirmes.
   Die Nominierung des Reck-Welt-
   
 
 meisters für Peking ist nur eine
 reine Formsache, deshalb darf Ham-
 büchen auch die erste Olympia-
 Qualifikation am 24. Mai in Berlin
 auslassen. Die nächste Station sind
 dann die deutschen Meisterschaf-
 ten am 7./8. Juni in Chemnitz, wo
 ein harter Kampf und die restlichen
 Olympiatickets erwartet wird. Das
 der auf höchstem Niveau stattfin-
 det, ist inzwischen in Deutschland
   
 
 trainer Andreas Hirsch noch eine
 Menge Arbeit auf seine Schützlinge
 zukommen, denn besonders Olym-
 pia-Gastgeber China wird an allen
 Geräten der wohl härteste Konkur-
 rent sein. Kaum weniger stark wer-
 den die Athleten aus Japan erwar-
 tet. Der Chefcoach dazu trocken:
 "Die Leichtbauweise Mensch hat
 beim Turnen einfach körperliche
 Vorteile."        sid
  
(Auszug: Südwestpresse Tageszeitung - Ausgabe vom 13. Mai 2008)